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Sexting und Cybergrooming als Thema in Schule und Unterricht

Fachartikel

Dieser Fachartikel beantwortet Fragen rund um die Themen Sexting und Cybergrooming und gibt Lehrkräften Tipps, wie sie Jugendliche in Schule und Unterricht über diese beiden Internet-Phänomene aufklären können. Was versteht man unter "Sexting" und "Cybergrooming"? Was kann ich als Lehrkraft tun, wenn ein Sexting-Fall in meiner Klasse auftritt, und wie können Schulen generell aufklären? Diese und weitere Fragen hat uns Lea Römer von JUUUPORT beantwortet. JUUUPORT ist eine bundesweite Beratungsplattform, auf der Jugendliche Hilfe zu Internet-Themen wie Cybermobbing, Abzocke und Datensicherheit finden. Sexting und Cybergrooming sind zwei Begriffe, die man heutzutage immer wieder hört, wenn es um die Internetnutzung von Jugendlichen geht. Was versteht man unter diesen beiden Begriffen? Sexting ist eine Wortbildung aus "Sex" und "Texting" und beschreibt das freiwillige Versenden und Empfangen selbstproduzierter, freizügiger Aufnahmen via Computer oder Smartphone. Es ist eine sexuelle Handlung, die online stattfindet. Somit meint dieser Begriff erst einmal nichts Negatives. Problematisch wird es erst, wenn das verschickte intime Bild von der Empfängerin oder dem Empfänger zum Beispiel unerlaubt weiterverbreitet oder die Absendenden mit dem Bild unter Druck gesetzt werden. Cybergrooming meint dagegen die sexuelle Anmache im Internet. Meist sind es Erwachsene mit sexuellem Interesse an Kindern oder Jugendlichen, die versuchen, in Chats oder sozialen Netzwerken das Vertrauen zu diesen aufzubauen, um sie anschließend in sexuelle Gespräche oder sogar Handlungen zu verwickeln. Letztendlich geht es bei Cybergrooming also um sexuelle Belästigung von Minderjährigen durch Pädokriminelle. Welche Folgen hat es für Jugendliche, wenn sie intime Fotos oder Videos von sich verschicken? Das Verschicken von intimen Bildern oder Videos muss nicht zwangsläufig negative Folgen nach sich ziehen. Allerdings machen sich Jugendliche dadurch leicht angreifbar. Es kann sein, dass die Person, mit der ich gerade chatte, derzeit meine Vertrauensperson ist und ich mir absolut sicher bin, dass sie diese Bilder oder Videos nicht weiter verschicken wird. Aber: Viele Fälle zeigen, dass man sich da leider irren kann. Außerdem können sich Freundschaften, zum Beispiel durch einen heftigen Streit, plötzlich verändern oder Liebesbeziehungen zerbrechen. Dann dreht sich die Situation sehr schnell. Die ehemals beste Freundin oder der feste Freund haben durch die intimen Aufnahmen dann "Material" auf dem Smartphone, das zum Beispiel für einen Rache-Akt oder Ähnliches genutzt werden könnte. Ein Beispiel ist, dass ein intimes Bild über WhatsApp an die gesamte Klasse geschickt wird. Mit nur wenigen Klicks wird eine Situation zwischen zwei Menschen auf einmal zum Klassen- oder sogar Schulthema. Neben dem Schamgefühl kann auch (Cyber-)Mobbing eine ernstzunehmende Folge von Sexting für die Person auf dem Foto werden.

  • Fächerübergreifend

Generative Bilderzeugung verstehen

Unterrichtseinheit

Mit KI erstellte Bilder sind inzwischen überall zu finden und die Erstellung ist sehr einfach geworden. Doch wie funktioniert dies überhaupt und welche Risiken sind damit verbunden? Diesen Fragen geht diese Unterrichtseinheit ohne technisches Vorwissen auf den Grund. Wer heute ein ChatGPT-Konto hat, der kann mit dem Token "Zeichne ein Bild" kostenlos auf eine bilderzeugende KI zugreifen. Die Bedienung ist "kindereinfach" geworden und selbst einem Anfänger gelingt es ziemlich schnell, beeindruckende Ergebnisse zu produzieren. Doch wie funktioniert eine bildgebende KI? Zuerst muss eine KI dazu Bilder erkennen, in einer geeigneten Weise abspeichern und lernen. Mit einem kleinen Selbsttest wird dies an zwei Alltagsbeispielen durchgespielt. Da die technischen Prozesse der generativen Bilderzeugung komplex und zum Teil Betriebsgeheimnis der Firmen sind, werden diese oberflächlich beschrieben. Die grundlegenden Vorgänge bleiben dabei trotzdem nachvollziehbar. Ähnlich wie die rein sprachlichen KI-Systeme haben auch bilderzeugende KI-Systeme ihre Tücken und Gefahren. Darauf wird zum Abschluss der Unterrichtseinheit noch kurz eingegangen. Durch generative Bilderzeugung angefertigte Bilder und Videos sind inzwischen im Internet omnipräsent und auch im nicht digitalen Alltag immer häufiger zu finden (zum Beispiel in der Werbung). Gleichzeitig nehmen die Gefahren durch Deep-Fakes und auch Sexting (mit KI erzeugte Sexbilder mit realen Personen) immer mehr zu. Daher ist dieses Thema von hoher Relevanz für den Schüleralltag. Vorkenntnisse zu "Großen Sprachmodellen" wie ChatGPT sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Für die Aufgabe ist ein kostenloses ChatGPT-Konto sinnvoll. Das Thema ist für Schülerinnen und Schüler per se von hohem Interesse, fast alle dürften schon selbst einmal ein KI erzeugtes Bild erstellt haben. Auch ist der Umgang mit ChatGPT für Schülerinnen und Schüler Alltag. Für die Lehrkraft ist der grundlegende Umgang mit ChatGPT hilfreich, auch ein eigenes (kostenloses) Konto sollte vorhanden sein. Die Unterrichtseinheit kann aber mit entsprechender Vorbereitung auch komplett analog durchgeführt werden. Der Umgang mit einer einfachen Bildbearbeitung ist ebenfalls hilfreich. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verfolgen den Weg vom Bild zum Vektor und wieder zum Bild. lernen grundlegende Schritte der Bilderzeugung. reflektieren Risiken der Bilderzeugung. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erzeugen ein Bild mit festgelegten Token. bewerten das erzeugte Bild beziehungsweise ein vorgegebenes Bild. lernen den kritischen Umgang mit einer generativen KI. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler machen ein Rollenspiel zur Bilderkennung.

  • Informationstechnik
  • Sekundarstufe II
Titelbild Cybermobbing

Cybermobbing erkennen und handeln – Unterrichtsmaterial

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit für die Klassen 7 bis 10 sensibilisiert bei Cybermobbing: Sie zeigt, wie betroffene Schülerinnen und Schüler Anzeichen erkennen und angemessen reagieren können. Mit interaktiven Arbeitsblättern, Gruppenpuzzle und digitalen Impulsen werden Handlungsstrategien und Präventionstechniken erarbeitet. Die Unterrichtseinheit "Cybermobbing erkennen und handeln" umfasst mehr als 15 Seiten mit altersgerechten Kopiervorlagen. Sie beginnt mit einem fachdidaktischen Einleitungstext, der die Hintergründe und Formen von Cybermobbing beleuchtet – von Beleidigungen in Social Media bis hin zu gezieltem Ausschluss in Chats. Das enthaltene Gruppenpuzzle lässt die Schülerinnen und Schüler in Teams verschiedene Perspektiven einnehmen (Betroffene, Täter, Zeug:innen, Lehrkräfte) und erarbeiten Ursachen, Folgen und rechtliche Rahmenbedingungen. Interaktive Aufgaben versetzen Lernende in Fallbeispiele, in denen sie Handlungsalternativen – wie Deeskalation, Blockieren von Sendern und Hinzuziehen von Vertrauenspersonen – kreativ diskutieren und planen. Eine zusammenfassende Darstellung zentraler Begriffe (zum Beispiel Cybermobbing, Trolling, Privacy, Digitale Zivilcourage) und Reflexionsfragen unterstützt das vertiefte Nachdenken. Der Single-Choice-Test überprüft das erworbene Wissen zu Ursachen, Präventionsmöglichkeiten und rechtlichen Grundlagen. Das Glossar erläutert wichtige Fachbegriffe wie Hate Speech, Shitstorm und Sexting. In der didaktischen Handreichung finden Lehrkräfte methodische Hinweise zu Partner- und Gruppenarbeiten, Reflexionsübungen und digitalen Impulsen, die sowohl für Präsenz- als auch für Distanzunterricht einsetzbar sind. Durch kooperative Lernformen und entdeckendes Lernen entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein besseres Verständnis für digitale Konfliktlösungsstrategien und stärken ihre Medienkompetenz.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Smartphone sicher nutzen: Schutz vor Phishing, Schadsoftware, Datendiebstahl

Unterrichtseinheit / Interaktives

Ein Großteil der über 12-jährigen Schülerinnen und Schüler besitzt ein eigenes Smartphone und ist damit im Internet unterwegs. Smartphones machen uns das Leben leichter und oft auch einfach nur Spaß. Damit verbunden sind aber auch viele Herausforderungen: Diebstahl von sensiblen Daten, Phishingversuche oder Schadsoftware sind nur einige wenige. Diese Unterrichtseinheit sensibilisiert früh für grundlegende Schutzmaßnahmen gegen potenzielle Bedrohungen und motiviert Schülerinnen und Schüler, sich tiefergehend mit dem Thema Cybersicherheit zu befassen. Die Unterrichtseinheit ist der erste Themenblock eines Medienpakets zur Cybersicherheit und legt Grundlagen, auf die in nachfolgenden Einheiten aufgebaut werden kann. Bei der starken Durchdringung aller Lebensbereiche mit digitalen Anwendungen wird guter Schutz vor Gefahren und Schäden stetig wichtiger. Das gilt für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche, die sich möglicher Gefahren oft nicht bewusst sind. Auch wenn junge Menschen meist von der Technik und ihren Möglichkeiten fasziniert sind und über eine erstaunliche Bedienkompetenz verfügen, bedeutet das nicht, dass sie sich bereits ausreichend mit Schutzmaßnahmen im Internet beschäftigen konnten oder wollten. Viele bestehende Bildungsmaßnahmen und -initiativen, die sich an Kinder und Jugendliche richten, haben meist eine medienpädagogisch orientierte Ausrichtung, also greifen z. B. Themen wie Cybermobbing, Sexting und Grooming auf. Konkrete Materialien zu Cybersicherheitsthemen richten sich dagegen bisher bzgl. Ansprache und Lebensweltbezügen eher an Erwachsene. Beide Bereiche – Medienpädagogik und Cybersicherheit – sind eng miteinander verbunden. Die Autorin Silke Müller macht in einem Podcast des BSI eine Bestandsaufnahme, wie sehr Kinder und Jugendliche auf verschiedene Weisen im Netz gefährdet sind und geschützt werden müssen. Gefahren sind zum Beispiel nicht jugendfreie Inhalte im Netz, Fakes von Social-Media-Profilen und Konversationen und Inhalte in WhatsApp-Gruppen. Der Zusammenhang von Social Media und Mobbing ist unabweisbar. Gewaltdarstellungen nehmen zu. All das braucht eine medienpädagogische Antwort und vor allem eine Begleitung der Kinder in der digitalen Welt. Dazu gehört, dass die Kinder und Jugendlichen zum Thema Cybersicherheit qualifiziert werden und die Maßnahmen kennenlernen, mit denen sie sich im digitalen Alltag besser schützen können. In ihrem auf die Bestsellerliste des Spiegels gelangten Buches "Wer schützt unsere Kinder?" schlägt die Autorin dazu ein Schulfach "Digitalkunde" vor. Der Link zum Podcast: Podcast . Das Medienpaket des BSI zur Cybersicherheit lässt sich als Baustein zur Lösung der umrissenen Probleme verorten. Diese erste Unterrichtseinheit zu "Schutzmaßnahmen" möchte gezielt die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen für das Thema Cybersicherheit sensibilisieren. Anknüpfungspunkte hierzu findet man in den Lehrplänen der Bundesländer für die verschiedenen Schulformen – meist mit Schwerpunkt auf Datensicherheit und Datenschutz. Die Einheit kann aber auch im Rahmen von Projekttagen und -wochen umgesetzt werden. Die zweite Unterrichtseinheit behandelt das Thema Cyberkriminalität und die dritte Unterrichtseinheit thematisiert den Accountschutz . Basierend auf inhaltlich relevanten Materialien zur Cybersicherheit, wie sie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) herausgibt, arbeitet die Unterrichtseinheit ausgewählte Inhalte in zweierlei Hinsicht auf: Die Inhalte werden didaktisch auf wesentliche Kernthemen priorisiert, die der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen entsprechen und mit den Zielen der Lehrpläne korrespondieren. Zugleich werden Inhalte, die teils komplex und schwer greifbar sind, möglichst verständlich dargestellt und ihr Bezug zur Lebenswelt der Altersgruppe wird konkret hergestellt. Methodisch sind die Inhalte so weit wie möglich situativ angebunden. Das macht abgeleitete Handlungsempfehlungen und -aufforderungen verständlich und praxisnah. Für eine hohe Wirksamkeit sollen Inhalte weitgehend selbst erarbeitet werden. Die Unterrichtseinheit gibt den Schülerinnen und Schülern grundlegende Informationen, die in unterschiedlichen Aufgabenformaten und -methoden weiterbearbeitet werden. Ziel ist es, den Lernenden handlungsorientiert und alltagsnah zu mehr Kompetenz im Bereich der Cybersicherheit zu verhelfen. Dem Grundlagencharakter der Unterrichtseinheit entsprechend wird dabei im Wesentlichen die Kompetenz erworben, das eigene Smartphone grundständig sicher einzurichten. Ausgangspunkt der Unterrichtseinheit sind Situationen aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Um Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt abzuholen, legt das Medienpaket den Fokus insbesondere auf das in der Altersgruppe meistgenutzte Endgerät „Smartphone“ bzw. damit verbundene mobile Anwendungen. Die Unterrichtseinheit startet mit zwei Beispielen, die später mehrfach aufgegriffen werden. Ihre anfängliche Auswertung mündet zum einen darin, zu reflektieren, welche Ziele Cyberkriminelle verfolgen könnten. Zum anderen führen sie zur Frage, wie es technisch möglich ist, Zugriff auf fremde Geräte und Accounts zu erhalten. Über einen kurzen Umriss der Funktionsweise des Internets wird deutlich, dass zum einen das Gerät vor Fremdzugriff und Schadsoftware geschützt werden muss. Zum anderen gilt es, die auf dem Gerät laufenden Anwendungen (= Apps) sicher zu nutzen. So vorbereitet werden die konkreten Schutzmaßen plausibel, die in der Unterrichtseinheit nun folgen: regelmäßige Updates, Bildschirmsperre, Accountsicherung, Vorsicht bei offenen WLAN-Netzwerken und Bluetooth sowie Backups zur Datensicherung. Die Unterrichtseinheit schließt mit dem sicheren Umgang mit Apps, also z. B. dem Schutz von Accounts, Installieren von Updates und dem gezielten Einstellen entsprechender Berechtigungen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verstehen das Konzept des Internets als ein Netz, das alle Teilnehmenden technisch verbindet. wissen, dass an allen Zugangs- und Schnittstellen dieses Netzes potenzielle Möglichkeiten für ein unberechtigtes Eindringen bestehen. verstehen, dass neben unberechtigtem Eindringen in Geräte und in Anwendungen auch von den auf das Smartphone heruntergeladenen Apps Gefahren ausgehen bzw. diese als Einfallstor dienen können. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kennen die Basisschutzmaßnahmen für Smartphones, Accounts und Apps. erweitern ihre Recherchefähigkeit hinsichtlich Cybersicherheitsthemen. verstehen, was Berechtigungen sind und was sie bewirken, und wissen, dass sie bei den jeweiligen Apps gezielt erteilt bzw. entzogen werden können. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler stärken ihre Sensibilität hinsichtlich unangemessener Kommunikation und Fehlverhalten im Netz. bauen ihre Fähigkeit aus, auch voneinander zu lernen sowie sich eigenständig Inhalte zu erschließen. Wähle die richtigen Aussagen aus und bilde so die Zusammenfassung 7 wichtiger Sicherheitstipps

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Fächerübergreifend / Wirtschaft
  • Sekundarstufe I

Die App "TikTok": Wissenswertes für Lehrkräfte

Fachartikel / Video-Tutorial

Dieser Fachartikel mit Erklärvideo zur bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebten App "TikTok" erläutert Lehrkräften deren Funktionen und Risiken und gibt konkrete Hinweise für die Behandlung des Themas im Unterricht. Die App "TikTok" im Überblick Was ist TikTok? TikTok ist ein chinesisches Video-Portal für Musikvideos und andere kurze Videoclips, welches zusätzlich Funktionen eines sozialen Netzwerks anbietet und seit 2019 auch Werbeplätze verkauft. Im Jahr 2019 gehörte TikTok zu den sich am schnellsten verbreitenden mobilen Apps der Welt (fast 1 Milliarde User) und war die führende Kurzvideo-Plattform in Asien mit der weltweit größten Playbackvideo-Community. Aktuell beliebteste App bei Kindern und Jugendlichen Wenn zwei oder mehr Schülerinnen und Schüler in der Pause den Kopf über einem Smartphone zusammenstecken, steckt immer öfter die Video-App "TikTok" dahinter. Unter Kindern und Jugendlichen ist derzeit keine App beliebter, alleine in Deutschland nutzen sie rund 5 Millionen Personen. TikTok ist optimal auf die Bedürfnisse von Heranwachsenden ausgerichtet und verspricht eine unterhaltsame Form der Selbstdarstellung und -findung. Mit ein paar guten Ideen verwandelt sich der schüchterne Außenseiter zum tausendfach geklickten Video-Star. Gestylt, verkleidet oder besonders geschminkt tanzen sich halbwüchsige Teenager zu topaktuellen Songs durch ihr Kinderzimmer. Es wird geliked und kommentiert, wie in anderen sozialen Diensten auch. Der manchmal langweilige Alltag wird durch lustige und unterhaltsame Videos bunter und der Rollentausch eröffnet Kindern und Jugendlichen das Erkennen neuer Aspekte der eigenen Persönlichkeit. Und so funktioniert es: Die Generation, die quasi mit dem Smartphone vor Augen aufgewachsen ist und alle Funktionen des Minicomputers beherrscht, dreht mit TikTok Kurzfilme und teilt diese mit anderen im Netz. Statements, Empfehlungen, Film-Episoden oder Musical-Einlagen sind schnell erstellt und mit TikTok noch schneller geteilt. Es geht um Videos, real short Videos, die mit Musik unterlegt sind und durch verschiedene Effekte bearbeitet werden können. Sie sind unterhaltsam, oft albern und amüsant. Besonders wichtig sind bei TikTok die Reaktionen der anderen. Kinder und Jugendliche wollen gemocht, gesehen und anerkannt werden. Wer steckt hinter der Mega-App? Das chinesische Unternehmen Byte Dance hat den Vorgänger musical.ly 2017 erworben und zu TikTok erweitert. Die App basiert auf künstlicher Intelligenz und zeigt dem jeweiligen User genau die Videos, die ihm vermutlich am besten gefallen. Sie soll sich natürlich monetarisieren, und so werden seit Herbst 2019 Einnahmen durch eingeblendete Video-Werbung generiert. Viele Marken-Unternehmen sind bereits Kunde und nutzen die Reichweite von TikTok für ihr Business. Dagegen ist zunächst einmal nichts einzuwenden, denn auch YouTube oder Facebook funktionieren genau nach dem gleichen Prinzip. Doch es gibt eine ganze Reihe von Fragen, die TikTok aufwirft. Die Schattenseiten von TikTok Die häufigsten Vorwürfe im Überblick Singende und tanzende Jugendliche sind ganz sicherlich kein Grund, eine App zu verbieten. Lustige Videos, gut gelaunte Heranwachsende und unterhaltsame Kurzbotschaften von Prominenten, aber auch nachgespielte Filmszenen und Zaubertricks sind eine amüsante Art, seine Zeit zu verbringen. Doch die Kritik an TikTok wird lauter. Die häufigsten Vorwürfe sind: TikTok kommt aus einem autoritären Regime und alle Nutzerinnen und Nutzer unterstützen durch die Verwendung autoritäre Werte. Der Jugendschutz ist nur ein "oberflächliches Feigenblatt", das Kinder und Jugendliche keineswegs schützt, sondern eher in Gefahr bringt. Das Zensurverhalten von TikTok ist kritikwürdig. Die Plattform veröffentlicht Videos nach ökonomischen Zielen und staatlichen Vorgaben, sie grenzt politische Videos oder Minderheiten wie Behinderte aus. Das mehrstufige Kontrollsystem erlaubt den Usern oft nicht zu erkennen, ob ihr Video ausgestrahlt oder zurückgehalten wird. Videos können kommentarlos gelöscht werden. Immer wieder kommt auch die Vermutung auf, dass Daten für Überwachungszwecke über die App direkt nach China geschickt werden. TikTok enthält seit 2019 gezielte Werbung und In-App Verkäufe. Besonders Kinder erkennen oft den Unterschied zwischen einem privaten Video und Werbung nicht. Hate Speech (Hass-Kommentare) und Mobbing können Kinder und Jugendliche verstören. TikTok sammelt möglicherweise Daten für China Wie viele andere Apps auch verlangt TikTok bei der Installation den Zugriff auf verschiedenste Funktionen des Smartphones. So wird beispielsweise das Fotoalbum gescannt, auf den Standort, die Kamera, das Mikrofon und andere Dateien zugegriffen und immer wieder kommt die Befürchtung auf, dass alle Daten auf chinesischen Servern gespeichert werden. Schülerinnen und Schüler können sich folgendermaßen schützen: Profil auf "privat" stellen: Nur genehmigte Personen können die Videos sehen. Nachrichten und Kommentare sollten auch nur für befreundete Nutzerinnen und Nutzer freigeschaltet werden. Speicher-Optionen sollten deaktiviert werden, damit eigene Videos nicht von jedem heruntergeladen und weiterverbreitet werden können. Merkwürdige Videos können und sollten gemeldet werden Viele Videos zeigen Kinder, die jünger als 13 Jahre alt sind. Diese stellen eine große Gefahr dar, weil sie pädophile Nutzerinnen und Nutzer anziehen. Wer anzügliche Kommentare oder Aufforderungen erhält, kann sich beim Betreiber melden. Auch kritische Videos können gemeldet werden, sodass der Betreiber sie blockieren kann. Es gibt allerdings keine Garantie, dass Nutzerinnen und Nutzer mit kriminellen Absichten nicht gleich wieder einen neuen Account eröffnen. Hinzu kommt: Alle sozialen Dienste oder Apps unterliegen einem ständigen, schnellen Wandel. Alte Funktionen werden verändert oder abgestellt, neue kommen hinzu oder es entstehen gleich vollkommen neue Apps. Wer nicht regelmäßig kontrolliert, welche Änderungen die Betreiber vorgenommen haben, wiegt sich leicht in falscher Sicherheit. Tipps für die Behandlung des Themas "TikTok" im Unterricht Unterrichtsvorschläge Hier einige Vorschläge, wie Lehrkräfte die App "TikTok" im Unterricht mit ihren Schülerinnen und Schülern besprechen können (altersabhängig, da erst ab 13 Jahren erlaubt): vorhandene TikTok-Accounts zusammen ansehen und besprechen, dabei auch die Sicherheitseinstellungen prüfen; Fehler oder Sicherheitslücken suchen lassen gemeinsam mit der Klasse einen Account (auf den Namen der Lehrkraft) für TikTok erstellen und ein Video drehen und hochladen (Vorsicht: Datenschutz beachten!). Um keine Personen zu zeigen, kann ein Video mit Spielfiguren gedreht werden. alle denkbaren negativen Folgen sammeln und besprechen; in diesem Zusammenhang auf Cybergrooming, Sexting, Pädophilie und Datenmissbrauch hinweisen Erklär-Video zur App "TikTok" Dieses Video können Lehrkräfte zur Einführung in das Unterrichtsthema "TikTok" nutzen:

  • Kunst / Kultur / Fächerübergreifend