Ablauf der Unterrichtseinheit

Der Ablauf der Unterrichtseinheit "Wie ein Mädchen ... – Geschlechterstereotype analysieren" sowie die dazugehörigen Arbeitsblätter sind hier übersichtlich für Sie zusammengestellt.

Phase I: Einstieg 1

Pantomime: Wie ein Mädchen

Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, vor die Klasse zu treten und pantomimisch einige Aktionen vorzuführen wie "renn wie ein Mädchen", "kämpf wie ein Mädchen" oder "wirf wie ein Mädchen". Diese Übung soll die Jugendlichen dazu anregen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Bedeutung der Zusatz "wie ein Mädchen" hat und wie er von den einzelnen Mitschülerinnen und Mitschülern interpretiert wird.

Variation 1

Lehrkräfte können den Einstieg alternativ auch so gestalten, dass ein Kamerateam in einem separaten Raum die Vorführungen mehrerer Schülerinnen und Schüler aufnimmt. Eine Smartphone-Kamera reicht hierfür völlig aus. Die einzelnen Sequenzen können zusammengeschnitten und per Beamer oder Whiteboard anschließend gemeinsam im Plenum betrachtet werden. Dies bietet den Vorteil, dass die einzelnen Schülerinnen und Schüler bei ihrer Vorstellung nicht von den Vorführungen der Vorgängerinnen und Vorgänger beeinflusst werden (zum Beispiel Gelächter, Zustimmung oder Ablehnung) und somit spontaner agieren.

Variation 2

Einen noch größeren Effekt erzielen Sie, wenn Sie auch Mädchen und Jungen im vorpubertären Alter gewinnen können, ebenfalls die Aktionen vorzuführen. Somit stellen Sie den Versuchsaufbau des Videos, das in der Einstiegsphase II zum Einsatz kommt, nach. In der Folge können Sie gemeinsam mit den Lernenden nachvollziehen, ob die Einstellung zur Aufforderung, etwas "wie ein Mädchen" zu machen, sich im Laufe der Pubertät geändert hat.

Material für den Einstieg 1

Phase II: Einstieg 2

Die Schülerinnen und Schüler betrachten gemeinsam im Plenum den Videoclip #WieEinMädchen. Sie erörtern, welche Bedeutung die Phrase "wie ein Mädchen" im gesellschaftlichen Kontext und für sie selbst hat und vergleichen die Ergebnisse des Experiments mit dem eigenen Versuch aus Einstieg 1.

Material für den Einstieg 2

Phase III: Erarbeitung

Die Schülerinnen und Schüler bilden Gruppen, die das von Medien kolportierte Bild von "wie eine Mädchen" analysieren. Sie werden aufgefordert, genau zu beobachten, wie "typisch weibliches" Verhalten definiert wird, und welche Wirkung diese Rollenzuschreibungen auf ihr Selbstbild haben. Diese Unterrichtsphase eignet sich als Hausaufgabe. Die Anzahl der untersuchten Beispiele richtet sich nach der Gruppenstärke. Es bietet sich an, dass jeder in der Lerngruppe sich mit etwa zwei bis drei unterschiedlichen Beispielen auseinandersetzt.

Gruppe 1: Werbung

Die Jugendlichen untersuchen in Gruppenarbeit Mädchendarstellungen und Geschlechterstereotype in der Werbung. Hierbei können Untergruppen für Medienbereiche gebildet werden wie: Internet (zum Beispiel Werbeeinspielungen bei YouTube, Werbebanner auf Internetauftritten), Fernsehwerbung, Plakate.

Gruppe 2 : Rollenvorbilder/Prominente

Die Schülerinnen und Schüler wählen eine bestimmte Anzahl weiblicher Prominenter aus, die bei ihnen beliebt sind, und analysieren, welches Bild von Weiblichkeit diese transportieren.

Gruppe 3: Seriencharaktere

Diese Gruppe wählt drei der in ihrem Kreis beliebtesten TV-Serien aus und analysiert die weiblichen Seriencharaktere als Rollenvorbilder.

Material für die Erarbeitung

Phase IV: Ergebnissicherung

Die Schülerinnen und Schüler besprechen in der anschließenden Stunde die Ergebnisse ihrer Medienanalyse. In den meisten Fällen dürfte nun deutlich werden, dass die Rollenvorbilder und Zuschreibungen "wie ein Mädchen" medial inszeniert und somit anerzogen sind und das Selbstbild der Mädchen stark beeinflussen. Wie dieses von den Jugendlichen interpretiert wird, ist zunächst offen, dennoch kann man damit rechnen, dass in der Diskussion durchaus selbstkritische und medienkritische Aspekte und Beispiele aufgeworfen werden. Besonderes interessante Einblicke ergibt die Analyse der TV-Serien, da in letzteren im Unterschied zur Werbung durchaus starke Frauen auftreten, also auch positiv besetzte Rollenbilder vorkommen.

Phase V: Empowerment

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ihren Stärken und Interessen auseinander, indem sie notieren, in welchen Situationen sie schon einmal besonders stolz auf sich waren, welche Fähigkeiten sie dabei eingesetzt haben und welche Stärken andere in ihnen sehen. Anschließend entwickeln sie in Stichworten Zukunftsbilder von sich und nehmen eine Neudefinition von "wie ein Mädchen" vor, die ihren wahren Charakter widerspiegelt und Selbstbewusstsein vermittelt.

Material für das Empowerment

Phase VI: Fazit

Die Aktionen beziehungsweise Videoaufnahmen aus der Unterrichtsphase I (Einstieg 1) werden wiederholt. Inzwischen haben sich die Jugendlichen jedoch mit dem kolportierten Bild "wie ein Mädchen" und den darin verankerten Geschlechterstereotypen auseinander gesetzt. Anzunehmen ist, dass sowohl Jungen wie Mädchen eine neue, individuellere Definition gewonnen haben und insbesondere die Mädchen mit mehr Selbstbewusstsein die Aktionen vorführen.

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